Reisetipp Portugal – Frei stehen leider verboten ab 2021 – Die Details

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Schlechte Nachrichten erreichen uns aus Portugal. Das wunderbare Reiseland zwischen der Atlantikküste und dem spanischen Festland hat seine Regeln ab Januar 2021 geändert.

Wohnmobilisten und generell Freizeitfahrzeuge dürfen nur noch auf extra dafür ausgewiesenen Stellflächen zum Übernachten abgestellt werden. Das heißt im Umkehrschluss, dass bisher in vielen Landesteilen stillschweigend geduldete freie Stehen von Campingfahrzeugen wird massiv eingeschränkt.

Die Strafen sind saftig. Nach ersten Berichten aus der República Portuguesa werden die Regeln durch die Polizei konsequent umgesetzt. Bisher sollen in der kurzen Zeit seit Einführung bereits rund 600 Camper betroffen sein. Was das im Detail bedeutet, lest ihr hier im Bericht.

Die portugiesische Regierung hat eine Gesetzesverschärfung beschlossen, die alle Camper betrifft, welche mit dem Wohnmobil, Kastenwagen, VAN oder Dachzelt in  dem Land unterwegs sind. Grundlage ist ein Beschluss aus dem November 2020, der nun ab dem 08. Januar 2021 in Kraft getreten ist. Neben dem Verstoß gegen ein bestehendes Übernachtungsverbot kann die Polizei auch Bußgelder wegen Verstößen gegen Umweltschutzauflagen verhängen.

Ein lange Zeit gewohntes Bild in Portugal: Camper an allen Stellen frei stehend. (Foto: tom/dkf)

Ein lange Zeit gewohntes Bild in Portugal: Camper an allen Stellen frei stehend. (Foto: tom/dkf)

Das Übernachtungsverbot

Danach ist es den genannten Reisenden untersagt, auf nicht genehmigten Plätzen zwischen 21:00 Uhr und 07:00 Uhr zu übernachten. Verstöße werden mit einem Bußgeld von 60 € bis 300 € belegt. Wer sich in Naturschutzgebieten unerlaubt aufhält, ist mit einer Strafe in Höhe von 120 € bis 600 € dabei.

Verstoß gegen Umweltauflagen

Begeht der Reisende eine Umweltstraftat im Sinne der neu in Kraft getretenen Regeln können Bußgelder zwischen 200 € bis hin in schweren Fällen 36 T€ verhängt werden.

Dazu berechtigt diese Strafen einzukassieren sind mehrere Polizeistellen, wie die Policia Maritima (Wasserpolizei), die Guarda Nacional Republicana (GNR; Sicherheitspolizei), die Umweltämter und natürlich die Polícia de Segurança Pública (PSP; zivile Polizeikräfte). Es gibt bereits erste Hinweise, dass die portugiesischen Behörden für dieses Jahr eine konsequente Umsetzung der gesetzlichen Vorgabe planen. Es dürfte sich um eine gezielte Maßnahmen handeln, um die erwartete Welle von Mobilreisenden für den Sommer 2021 in Portugal von vornherein im Griff zu behalten und negative Entwicklungen präventiv zu verhindern.

Die Verbote nehmen auch in Portugal zu. Hier eine Hinweistafel in der Region um Sagres. (tom/dkf)

Die Verbote nehmen auch in Portugal zu. Hier eine Hinweistafel in der Region um Sagres. (tom/dkf)

Vieles wird auch davon abhängen, wie sich die Coronazahlen entwickeln und ob die Reisebeschränkungen europaweit zu einem geringeren Reiseverkehr führen werden. Jedenfalls müssen sich Portugal-Besucher auf die neue Rechtslage einstellen und können vermutlich nicht mehr, wie bisher, auf eine eher zurückhaltende Handhabung der Gesetze und eine wohlwollende Duldung der Ordnungsbehörden hoffen.

Fazit:
Viele Dinge im Caravaning nehmen eine eigenständige Entwicklung an und werden uns in den nächsten Jahren sicher beschäftigen. Ob sich die Dinge für die Reisefreunde positiv entwickeln, hängt auch vom Verhalten jedes Einzelnen ab.


Coolnessfaktor: 2/10 Sehr schlecht. Verbote und hohe Bußgelder gefallen sicher niemandem. Allerdings sehen die Reiseländer vielfach auch die Pflicht und Notwendigkeit ihre Natur vor zu vielen Reisenden und den damit manchmal verbundenen Problemen zu schützen. Eine Abwägung die im Einzelfall schwierig ist und sicher nicht immer gelingen wird. We love C bleibt an dem Thema dran!

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